Der Holotrope Zustand

In verschiedenen Kulturen ist der Weg, durch vertieftes Atmen einen Trancezustand zu erlangen, schon lange bekannt. Über eine biochemische Reaktion in bestimmten Hirnarealen öffnen sich Bewusstseinsbereiche, welche eine intensive Innenschau anregen. Durch Atmungsintensität kann die Tiefe des veränderten Bewusstseinszustandes beeinflusst werden. Die Regie des Prozesses wird dem Zusammenspiel aus Gehirn, Emotion, Erfahrung und Geist überlassen, und zunehmend bestimmt das innere Geschehen den weiteren Verlauf. Der holotrope Zustand ist vergleichbar mit intensiven Traumsequenzen bzw. Trancezuständen, in denen sich Inhalte, Orte, Zeiten ineinander verschränken, Emotionen ins Fließen kommen und Körperempfindungen stärker spürbar werden.

Darüber hinaus findet auch die feinstoffliche Seite des Atems Beachtung in der Vorstellung, dass durch den Atem eine Verbindung zwischen dem Individuum und dem Kosmos hergestellt wird. Durch den Atem sind wir mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt verbunden. Dieser Aspekt fließt auch beim Holotropen Atmen in Gruppen mit ein: Wenn mehrere Menschen in einem Raum gleichzeitig intensiv atmen entsteht ein kollektives Atemfeld, das sich unterstützend auf den individuellen Atemprozess auswirkt.